Down Syndrom - Verband der Neurotango® Therapeuten Deutschland e.V.

Verband der Neurotango® Therapeuten für Deutschland e.V.

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Down Syndrom

Fachbereiche
Maria Siebert-Güner - Bewegungspädagogin nach Dore Jacobs, Spiraldynamik-Praktizierende, Neurotango® Practitioner
Senioren, Paare, Down Syndrom, kognitive und körperliche Beeinträchtigungen, inklusive Tango
45136 Essen, Telefon: 0201 666 103 oder Handy: 0163 6661033

 
Konzeptvorbereitung
 
 
Für die Anwendbarkeit „Neurotango“ habe ich
 
- Menschen mit Down Syndrom und
 
- Menschen mit intellektuellen, kognitiven und körperlichen
 
 Beeinträchtigungen (z.B. zerebrale Bewegungsstörungen)
 
 gewählt. Alter: 10 – 25 Jahre (Förderschule)
 
              25 J. – unbegrenzt (Werkstatt, Wohngruppe, Heim)
 
 
Teilnehmer: 16 Personen
 
Raumgröße: 80 – 100 qm
 
Hilfsmittel:  Therabänder, Stäbe (Holz/Bambus), Igel- bzw.
 
                      Tennisbälle, Softbälle, Schwimmnudeln, Stifte,
 
                      Papier, Symbolkarten, Tücher (div.Farben)
 
                      Skelett, Balancekissen, Kirschkernsäckchen
 
 
Down Syndrom
 
Im Hinblick auf Tanz und Fortbewegung ist zu sagen, dass wir bei der Arbeit mit den Teilnehmer:innen beachten sollten, was sie KÖNNEN und nicht was sie NICHT können. Es kann sein, dass sich voraussichtlich während eines Neurotango-Kurses überraschende Fähigkeiten ergeben. Demnach ist der Ideenreichtum und die Kreativität der Unterrichtenden von Vorteil, um spontan die Therapie-Stundenziele anzupassen und ggf. zu ändern.
 
 
Welche körperlichen Merkmale, motorische Fähigkeiten, Beeinträchtigungen, Bewegungsmuster und spezifische Besonderheiten sind hinsichtlich des Aufbaus und der Durchführung von Tangotherapie-Stunden möglicherweise zu beachten und hervorzuheben?
 
 Beispiele und Zielbeispiele (fett gedruckt):
 
 
 *Beine/Arme kürzer im Verhältnis zum Rumpf -    
 
   An- und Ausziehen, Schuhe binden anstrengend, müssen      
 
   sich mehr beugen bzw. strecken: Gleichgewichtssinn stärken
 
 
*kleinere Hände, kürzere Finger – halten/festhalten von
 
   Materialien, z.B. Fangen eines Balles erschwert,
 
   mögliche Sensibilitätsstörungen – Wahrnehmung über
 
   die Haut bei Berührungen: Hautstimulation durch Abklopfen,
 
   auch überkreuz (über Mittellinie), Eigenwahrnehmung/      
 
   Propriozeption/Körperzusammenhang um Bewegungsängsten
 
   entgegenzuwirken, Energiefluss, Gefühl für Takt
 
 
 *Muskeltonus niedrig, Hypotonie, Bindegewebe(Faszien)
 
   schwach/locker, demnach
 
   - verminderte Körperspannung, Aufrichtung gegen die
 
     Schwerkraft und Stabilität in den Gelenken,
 
   - Überflexibilität, Dehnbarkeit in Muskeln und Gelenken,
 
   - Fußgelenke und Hüften in Außenrotation, gespreizt,
 
     breitbasiges Stehen und Gehen für mehr Balance und
 
     Stabilität,
 
     (bei Erwachsenen leichte bis mäßige Beeinträchtigung)
 
   - Füße flach auf dem Boden, vermindertes Abrollen durch
 
     Plattfüße, oftmals fehlende Fußgewölbe:
 
   Impulsgabe beim Führen und Folgen, Widerstand geben,
 
   sensomotorische Übungen, gerade Linien erkennen und
 
   in Fortbewegung umsetzen, Sprunggelenke stärken,
 
   Körpergefühl für Stehen in Hüftgelenkbreite, in Beinachse
 
   Hüft- Knie- Sprunggelenke, Aufbau Längsgewölbe,
 
   Plantarfaszie und Fuß-Reflexzonen massieren
 
 
   *Augenprobleme (evtl.): hat Auswirkungen auf Feinmotorik
 
   (Auge-Hand-Koordination) und auf die Grobmotorik, Angst
 
   vor dem Fallen erschwert motorische Aktivität, verzögert
 
   die Entwicklung von Eigeninitiative (psychische Beeinträchtigung):
 
   Gewichtverlagerung, unterschiedliche Schrittlängen,
 
   Bremskontrolle, Sturzprophylaxe, Raumwahrnehmung
 
   Dimensionen, Regeln
 
 
 *Gehen und schnelleres Laufen bzw. Fortbewegen:
 
   Die Arme werden mit ruderartigen Bewegungen zur
 
   Kompensation eingesetzt, um sich sowohl im Gleichgewicht
 
   als auch aufrecht zu halten:
 
   Kommunikation mit Tanzpartner:in, gemeinsames Gehen,
 
   verschiedene Möglichkeiten der Umarmung und
 
   Tanzhaltung, Richtungswechsel beim Führen und Folgen,
 
   Grundspannung aufbauen, Bremskontrolle
 
 
* Gehen und Laufen als Überkreuzbewegung/geordneter
 
   Bewegungsablauf/Dissoziation ist dann möglich, wenn die
 
   Gelenke Stabilität erlangen. Haltungs- und Bewegungsmuster
 
   bei Menschen mit Down Syndrom sind ein eher statischer
 
   Rumpf, weniger Rotationsbewegungen und demnach mehr
 
   Kompensation mit Armen und Beinen, was ihnen aber oft eine
 
   Vielzahl von tänzerischen Bewegungsmöglichkeiten gibt.
 
   Man spricht daher von einer „anderen“ motorischen
 
   Entwicklung und nicht von einer „verzögerten“:
 
 
   Nutzen der Überflexibilität und Bewegungsfreude
 
   durch die Musik, Überkreuz- und Diagonal-Übungen,
 
   Stärkung der Stabilität in den Körperachsen und Gelenken,           
 
   contra-laterales Gehen
 
 
* Sprache und Hören – Beeinträchtigungen im Mundbereich:
 
   breite Zunge, schmaler hoher spitzer Gaumen kann die
 
   Kommunikation erschweren. Sie verstehen aber oftmals mehr
 
   als man meint (rezeptive/expressive Sprache):
 
 
   Anregung des Sprachzentrums durch Bewegung,
 
   Lernen durch Beobachten, am Modell, Spiegeln auch mit
 
   Lehrerin/Lehrer, Zeichensprache, Gesten, Nutzung von
 
   Hilfsmitteln z.B. zur Tonusregulation (reicht bis in den
 
    Mund)
 
 
*Besonderheiten wie evtl. Herzfehler, kleinere Nasen- und
 
  Ohrengänge, Infektionen, geschwächtes Immunsystem,
 
  Übergewicht haben Auswirkungen auf Kraft und Ausdauer,
 
  möglicherweise weniger Energie für körperliche Aktivitäten:
 
  Spaßfaktor, Freude an der Musik, Atemwahrnehmung und
 
  Atemanregung, durch Aussprechen und Hören des
 
  Erlebten geht es nicht nur um kognitives Verstehen,
 
  sondern um das emotionale Teilhabenlassen und
 
  Nachempfinden, damit es zum Austausch in der Gruppe kommt.
 
 
Allgemeines:
 
Menschen mit Down Syndrom sind bis auf einige  
 
Fehlbildungen nicht krank. Sie können aber wie alle Menschen z.B. auch an Diabetes, entzündlichen Darmkrankheiten (Zöliakie), Grippe, Depressionen, Zwangshandlungen usw. erkranken oder auch autistische Verhaltensweisen entwickeln.
 
 
Die wichtigste Regel bei der Arbeit mit ihnen, beim Neurotango, Tanz, Sport usw. heißt
 
 
           in kleinen Schritten (und trotzdem große Schritte J)             
 
           unterrichten und vorgehen, aber viel Abwechslung
 
           bringen, ihre Ideen aufgreifen und im Unterricht nutzen.
 
 
Zielbeispiele durch die Anwendung von Neurotango
 
 
- Empowerment:
 
 z.B. Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung und der
 
 Fähigkeiten zur gleichberechtigten Teilnahme nicht nur in
 
 inklusiven Gruppen, sondern Teilhabe in allen gesellschaftlichen
 
 Bereichen
 
- Weiterentwicklung als lebenslanger Lernprozess
 
 (z.B. Gehen auf Linien vorwärts, seitwärts, rückwärts, diagonales
 
 und Überkreuz-Gehen und Tanzen als Weg zum Ziel)
 
- Selbstbewusstsein
 
- Selbstbestimmung  
 
- Selbstsicherheit
 
- Standsicherheit
 
- Vielfalt leben
 
- sich glücklich und zufrieden fühlen
 
- ungünstige Bewegungsmuster in vorteilhaftere Bewegungsabläufe
 
 ändern, um eine positive Weiterentwicklung zu fördern
 
- Spaßfaktor in jeder Unterrichtsstunde
 
- Freundschaft und Partnerschaft
 
 
Die Grundlage dieses Konzeptes basiert auf meiner jahrelangen
 
Arbeit und Erfahrung in der Physio-, Bewegungs- und Tanztherapie
 
an Förderschulen.
 
 
Unter dem Aspekt der ganzheitlichen Förderung ist das Konzept
 
Neurotango eine sinnvolle, qualifizierte und ideale Ergänzung.
 
Es kann an Förderschulen und Schulen, an denen das Leitbild der
 
Inklusiven Pädagogik zum Schulprogramm gehören, therapeutisch
 
(physisch, psychisch, neurologisch, sozial) genutzt werden.
 
 
Neurotango sollte ebenfalls in Einrichtungen mit inklusiver
 
Kulturarbeit, in denen Tanz- und Bewegungskurse/Seminare
 
angeboten werden, unbedingt zum Einsatz kommen
 
 
Maria Siebert-Güner
 
Bewegungspädagogin
 
Maria Siebert-Güner - Bewegungspädagogin nach Dore Jacobs, Spiraldynamik-Praktizierende, Neurotango® Practitioner
Senioren, Paare, Down Syndrom, kognitive und körperliche Beeinträchtigungen, inklusive Tango
Email: rojbas.maria@t-online.de
45136 Essen, Telefon: 0201 666 103 oder Handy: 0163 6661033
KONTAKT
1. Vorstand
Bärbel Matz-Walter
Herzogswall 30 b
45657 Recklinghausen
Handy:+49 (0) 1577 4964 585
Email: kontakt@neurotango-verband.org
MITGLIEDSBEITRÄGE UND SPENDE
Verband der Neurotango®Therapeuten Deutschland e.V.,
GLS Gemeinschaftsbank eG, Bochum
DE 65 4306 0967 6055 7791 00
Bic: GENODEM1GLS


Verband Neurotango®-Therapeuten Deutschland e.V.
58313 Herdecke, Funkengasse 6
https://www.neurotango-verband.org







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